Am 15.Juni traf sich der Verein zur 3. außerordentlichen Mitgliederversammlung in diesem Jahr. Hauptsächlich ging es dabei um die Grundsatzentscheidung, ob der Verein eine neue Reitanlage in Angriff nehmen wird. Nachdem das Projekt bei den Versammlungen im Januar noch höchst kritisch ausgesehen hatte, entschieden sich an diesem Freitag die Mitglieder ohne eine Gegenstimme mit überwältigender Mehrheit für den Bau der neuen Anlage.

In diesen ersten 3 Monaten Amtszeit der neuen Vorstandschaft hatte sich aber auch sehr viel getan. Claudia Luz, die als 2.Vorsitzende den Verein führt, bedankte sich für die große Unterstützung und Engagement vieler Mitglieder, ob innerhalb oder außerhalb des Vorstandes. "Vielen ist bewusst geworden, dass es um die Existenz des Vereins geht und nicht um persönliche Dinge. Wir müssen vorwärtsschauen und die Dinge anpacken. Die letzten Wochen haben gezeigt, wieviel mit einer lösungsorientierten Einstellung bewegt werden kann."

 

Gegenüber dem Konzept vom Januar mit einer Bausumme von 1,6 Mio Euro und konkurrenzlos hohen Boxenpreisen hörte sich die neue Planung aber auch ganz anders an. Ein neues Konzept basierend auf guten Reit- und Ausweichmöglichkeiten, Kostenreduzierung und mit Blick auf die Bezahlbarkeit sowohl für den Verein als auch für die Nutzer war ja im März bei der Mitgliederversammlung schon ansatzweise vorgestellt worden. Mit Sichtung der Aktenlage, intensiven Gesprächen u.a. mit der Stadt und weiteren Fachleuten konnten diese Planungen nun weiter konkretisiert werden. Auftretende Diskussionen im Vorfeld "das geht so nicht, weil ..." fanden immer wieder eine gangbare Lösung, sodass nun der Bauantrag gestellt werden kann.

Geplant sind eine Reithalle mit bis zu 20x60m Reitfläche, bis zu 3 Außenreitplätzen mit gutem, teilweise ganzjährig bereitbarem Boden, Paddock- und Innenboxen, ein Longierzirkel und Koppelfläche. Je nach Finanzierbarkeit gibt es in diesem Konzept diverse Bauabschnitte, sodass der Verein keine übermäßig hohen Kredite aufnehmen müsste. Spätere Erweiterungsmöglichkeiten um zusätzliche Boxen und Reitflächen sind sinnvoll vorgeplant, um Möglichkeiten nicht im wahrsten Sinne des Wortes zu "verbauen". Mit den nun veranschlagten 750.000,- Euro rückt das Projekt auch in bezahlbare Dimensionen - zumal auch hier noch Einsparungspotential enthalten wäre.

Gunther Scheurlen von der Firma Wolf stellte das Gebäudekonzept und sehr detailliert auch die Kostenaspekte und Möglichkeiten zur sinnvollen Eigenleistung dar. Damit ist eine erfahrene Hallenbaufirma mit im Boot, deren Fachmann direkt in der Nachbarschaft sitzt und wo u.a. auch Frau und Tochter Vereinsmitglieder sind.

Durch die jeweiligen Vorstandsmitglieder wurden weitere Aspekte der Realisierung vorgetragen. So ging es auch um die weitere Vereinsentwicklung und die Planung einer Reitanlage, die offen für alle Reitweisen und Mitglieder sein muss. Insbesondere die eigentlich satzungsgemäß als Hauptzweck hinterlegte Jugendförderung als Basis für ein gesundes Vereinswachstum wurde thematisiert.

Die Finanzierung sieht nach intensiven Gesprächen mit den Hohensteiner Instituten, der Stadt Bönnigheim und dem WLSB mittlerweile auch sehr positiv aus. Von den Hohensteiner Instituten gibt es die feste Zusage über den bisherigen Maximalbetrag von 300.000,- Euro nun unabhängig von der Bausumme, allerdings gekoppelt an die Bedingung, dass der Reitverein bis Ende März 2019 das Gelände verläßt. Vielen Dank hierzu an Hn Prof. Mecheels. Auch die Stadt beteiligt sich mit einem Festbetrag von 100.000,- Euro und der zur Verfügungstellung der Grundstücke. Durch geschickte Nutzung der WLSB-Förderung und weiterer Optionen wie z.B. Vermietung der Dachflächen an Photovoltaik-Anbieter würde der Verein weitere größere Summen erhalten. Detailplanungen bezüglich Kosten, Finanzierung und Zeitaspekten benötigen aber noch weitere Informationen aus den nun einzuleitenden Schritten, u.a. dem Bauantrag und dessen Auflagen sowie der Verfügbarkeit der Grundstücke.

Ein Wermutstropfen ist, dass ein nahtloser Umzug auf die neue Anlage aufgrund der verfügbaren Zeit bis zum Auszugstermin 31.03.2019 immer unwahrscheinlicher wird. Aber Vorstand und Einsteller sind sich hier einig: daran wird es keinesfalls scheitern, sondern eben eine Übergangslösung gefunden. Unterstützungsangebote diverser Mitglieder liegen hier bereits vor.

 

 Auch im Vorfeld der Mitgliederversammlung hatte sich die neue Vorstandschaft bereits einiger Themen angenommen:

- So wurden die Boxenpreise moderat erhöht, wiederum ein Koppelgeld erhoben und die aufgrund der geänderten Mehrwertsteuer mit hohen Steuernachzahlungen dringend notwendigen Anpassungen auf den Boxenpreis umgelegt.

- Auf zeitnahe Abrechnungen der Futterlieferanten wird nun Wert gelegt, nachdem im Frühjahr noch Rechnungen für die letzten 2 Jahre eingingen.

- In der Scheune lagern noch sehr große Mengen an losem Altheu und -Stroh, dessen Entsorgung dem Verein bei einem Umzug in Rechnung gestellt würde. Dieses wird nun sukzessive von den Einstellern verwertet. Schade, dass diese Berge überhaupt erst entstanden sind.

- Auch ohne festen Hallen- / Platzwart funktioniert die Pflege der Plätze und Anlage durch freiwilliges Engagement verschiedenster Mitglieder bestens

- Wahl des Jugendsprechers, diverse Aktionen und Ausflüge, Einrichtung einer wöchentlichen Kinderspringstunde, uvm.
  Die Mitglieder sind hier aufgefordert weitere Ideen einzubringen, an welchen Aktivitäten darüberhinaus Interesse besteht

- Erfahrungsaustausche mit Vereiinen und Privatanlagen mit aktuellen Neubauten wurden angegangen, ebenso wie Gespräche mit anderen Reitvereinen in Baden-Württemberg, die in den letzten Jahren umsiedeln mussen.
  Hieraus haben sich viele interessante Anregungen ergeben.

 

Im Hinblick auf die nun anstehenden Aufgaben wurde der bisher noch unvollständige Vorstand weiter ergänzt.

Das Amt des ersten Vorsitzenden ist nach wie vor unbesetzt.

 

Neu gewählt wurden:

- Kassenwart: Nicole Hoffmann

- Technischer Leiter: Heinz Altmann

- Schriftführer: Tonja Pfeilmeier

- 2. Beisitzer: Synnöve Hertrampf

- 3. Beisitzer: Sigrun Hamm